Trainingstagebuch *2*

Unterricht vom 18.11.2017

Von Glanz und Gloria. Nicht.

Auf meinem Instagram Account hatte ich bereits eine kurze Zusammenfassung geschrieben. Es lief nichts. Wirklich gar nichts. Ani hat sich total quer gestellt und wollte überhaupt nicht mitarbeiten. Das kennt man von ihm eigentlich nicht. Im Schritt ging es noch, aber im Trab wollte er sich partout nicht an die Hand ran dehnen und lief, auch wenn ich es nicht gerne sage, mit weggedrücktem Rücken. Er tat dann mal so als würde er sich abstrecken wollen, hat sich aber dann nur full Force vorne drauf gepackt, so dass ich nach gut 15 Minuten schon vollkommen aus der Puste war und richtig Druck auf dem Oberarm hatte vom Gegenhalten. Andere Option des Tages war einfach mit dem Unterhals gegen zudrücken. Ich hatte kaum Chancen.

Auf mich alleine gestellt, wäre ich möglicherweise geneigt gewesen die Flinte ins Korn zu werfen. Glücklicherweise war ich nicht allein. Meine Reitlehrerin war da und hat mir jeden Schritt beigestanden und uns immer wieder Volten, Zirkel, Übergänge und Übertreten/Seitengänge reiten lassen, obwohl keiner von uns beiden mehr Lust hatte, bis es endlich besser wurde. Wir sind an dem Tag nicht einmal galoppiert. Wie schon im letzten Teil des Trainingstagebuchs beschrieben, haben wir die größten Probleme noch im Galopp, so dass wir den einfach außen vor gelassen haben.

 

Trainingstagebuch 2

 

Die letzten 10 Minuten lief er wirklich ganz toll. Er fühlte sich super fluffig und locker an, hat endlich den Rücken aufgemacht, ist an die Hand rangetreten und hat sich abgestreckt. Er hat sich nicht mehr rausgehoben aus der Anlehnung und hat sich ganz konstant selber getragen.

Meine Reitlehrerin hat an dem Tag etwas interessantes gesagt: Ani sei ein wackeliges Pferd. Mit wackelig meint sie nicht etwa, dass er Probleme mit dem Gleichgewicht oder gar dem Takt hat, aber mit der Konzentration und Anlehnung. Jede kleine Veränderung/Bewegung die ich auf ihm mache, quittiert er mir sofort damit, dass er sich raushebt. Ein ganz normales vorsichtiges Zügel nachfassen reicht da schon aus. Sie sagt die meisten anderen Pferde würden nicht mal mit dem Ohr zucken. Das gleiche passiert, wenn er irgendwelche Geräusche hört. Er ist eigentlich kein besonders schreckhaftes Pferd und er hat auch keine Angst vor Hunden, aber wenn draußen ein Hund bellt, geht die Aufmerksamkeit automatisch erstmal dahin.  Das ist einerseits natürlich etwas anstrengend, weil ich selber noch immer Probleme mit der Anlehnung habe und er es mir damit nicht leichter macht. Andererseits gehe ich davon aus, dass wenn diese jetzt sehr harte und manchmal frustrierende Phase überstanden ist, er mich dann vielleicht zu einem besonders feinfühligen und sensiblen (im Sinne von empfänglich für die Signale die das Pferd mir sendet) Reiter ausgebildet hat.

Bezüglich unserer Baustelle im Galopp scheine ich jetzt auf einer neuen Spur zu sein. Dazu gibt es im nächsten Trainingstagebuch mehr!

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